Die Leistungsabteilung im Jobcenter Landkreis Neuwied

Kosten der Unterkunft

DIE KOSTEN DER UNTERKUNFT BESTEHEN AUS FOLGENDEN POSITIONEN: 


  • Kaltmiete oder Schuldzinsen oder Nutzungsgebühren
  • Nebenkosten
  • Heizung und zentrale Warmwasserversorgung

Die Angemessenheit von Wohnraum richtet sich im Landkreis Neuwied nach der Richtwerttabelle.

Angemessene Höchstgrenzen bzw. Angemessenheitsgrenzen für Miete und Nebenkosten (Wohngeldtabelle inklusive 10 % Sicherheitsaufschlag) gültig seit dem 01.01.2020 für eigene, abgeschlossene Wohnungen



Diese Werte bilden die Höchstgrenze der Summe aus Kaltmiete (bzw. Schuldzinsen oder Nutzungsgebühren) und allen Nebenkosten (außer Heizung und Warmwasserbereitung), also die Bruttokaltmiete. Die Angemessenheit der Heizkosten richtig sich nach dem Bundesheizspiel. Die Unterkunftskosten können auch aufgrund der Heizkosten unangemessen sein, z. B. bei Nachtspeicherheizungen.

Beträge über den Werten der Richtwerttabelle und dem Bundesheizspiegel gelten als unangemessen.

Entsprechend bilden diese Werte - multipliziert mit der Anzahl der abgerechneten Monate - auch die berücksichtigungsfähige Höchstgrenze bei Jahres- oder Verbrauchsabrechnungen.

Die Angaben zur Wohnungsgröße sind Richtwerte. Jede Person bzw. Familie muss selbst entscheiden, wie groß ihr individueller Bedarf an Wohnraum und Zimmern ist. Mietpreis, Nebenkosten und m² müssen aber – insbesondere bei Unterschreitung der m²-Richtwerte und wenn es sich nicht um eine eigene, abgeschlossene Wohnung handelt - in einem akzeptablen Verhältnis stehen und dürfen nicht gegen gesetzliche Regelungen verstoßen (§ 5 Wirtschaftsstrafgesetz, § 291 StGB, § 138 BGB).

Voraussetzung für die Berücksichtigung der tatsächlichen Unterkunftskosten und - bei Neuanmietung – die Gewährung von Wohnungsbeschaffungskosten (z. B. darlehensweise Mietkaution und Kosten des Umzugs in Eigenleistung) ist die Erteilung einer sogenannten Zusicherung. Diese wird erteilt, wenn die Kosten angemessen sind (§22 Absatz 4 SGB II) und der Umzug erforderlich (§22 Absatz 1 und 6 SGB II) ist. 

Sie erhalten Leistungen nach dem SGB II oder stellen einen Erstantrag und planen die Anmietung einer neuen Wohnung? Bitte lassen Sie sich vor der Unterzeichnung des Mietvertrages die benötigten Zusicherungen (§22 Absatz 4 und 6 SGB II) erteilen. Ihre Leistungsfachkraft prüft, in welcher Höhe Kaltmiete, Nebenkosten und Heizung berücksichtigt werden können und ob die Gewährung von Wohnungsbeschaffungskosten (z. B. Kautionsdarlehen) möglich ist. Mit dem - vom zukünftigen Vermieter - ausgefüllten Formular "Wohnungsangebot" hat Ihr Berater alle Daten auf einen Blick.

Bitte beachten Sie, dass bei nicht erforderlichen Umzügen die Gewährung von Wohnungsbeschaffungskosten ausgeschlossen ist (§22 Absatz 6 SGB II). Zudem verbleibt es bei den bisher anerkannten Unterkunftskosten, wenn sich diese durch einen nicht erforderlichen Umzug erhöhen (§ 22 Absatz 1 SGB II).


Wenn Sie unverheiratet, noch nicht 25 Jahre alt sind und bei den Eltern oder einem Elternteil ausziehen wollen, dann können Sie Miete, Nebenkosten und Heizkosten für die neue Unterkunft nur erhalten, wenn Sie zuvor eine sogenannte Zusicherung nach § 22 Absatz 5 SGB II des Jobcenters einholen. Bitte beantragen Sie die Zusicherung unter Angabe Ihrer Gründe für den geplanten Auszug schriftlich.

Sie erhalten die Zusicherung, wenn: 

  • nachweislich schwerwiegende soziale Gründe gegen ein Verbleiben in der elterlichen Wohnung sprechen 
  • der Umzug in die neue Unterkunft zur Eingliederung in den Arbeitsmarkt erforderlich ist oder 
  • nachweislich ein ähnlich schwerwiegender Grund vorliegt.

Ziehen Sie ohne die erforderliche Zusicherung um, erhalten Sie einen geringeren monatlichen Regelbedarf. Auch Leistungen für die Erstausstattung der Wohnung werden nicht übernommen.